Kinder & Jugend

 

 

 Theater ist eine Kunstform, die wie keine andere vermag, kindliche und jugendliche Lebenswelten zu spiegeln. Die Geschichten, die hier erzählt werden, sind voller Leben, sind selbst erlebt, selbst erdacht und selbst gemacht. In unserer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nutzen wir das Theater und seine Parameter, wie Darstellendes Spiel, Gestaltung von Kostüm und Bühne etc., als Medium in zahlreichen Projektkontexten. Von der Erzählwerkstatt bis hin zum Musikvideo spannt sich der Bogen unserer Kinder- und Jugendarbeit.

 

________________________________________Leseförderung

„Schöne Geschichten (nicht nur) für Kinder!“ – eine Lesereihe für Menschen ab 6 Jahren

Liebe kleine und große Leseratten, Geschichtenverschlinger und Erzähler_innen,

im Januar 2017 beginnen wir eine Veranstaltungsreihe, die ganz dem Zuhören und der Spiel- und Leselust gewidmet ist. An einem jeden letzten Freitag im Monat liest und spielt Holger Franke – Schauspieler,  Autor und Gründer des Theaters Rote Grütze – für alle Geschichtenverschlinger.

Immer um: 16:30 Uhr
Immer in der: Nachbarschaftsgalerie der KungerKiezInitiative e.V., Karl-Kunger-Straße 15

Nächster Termin: 29. September 2017 

* Dies Veranstaltungsreihe wird gefördert vom Jugendamt des Bezirks Treptow-Köpenick. Vielen Dank dafür.

____________________________________Theater für Kinder

TKK – Theater für Kinder mit Köpfchen

Mit dieser Reihe wendet sich das Kunger.Kiez.Theater zum ersten Mal an die jüngeren Kiezbewohner*innen. Theater für Kinder mit Köpfchen – kurz TKK – wird in regelmäßigen Abständen Produktionen auf die Bühne bringen, die Themen aufgreifen und bearbeiten, die für Kinder im Vor- und Grundschulalter (ca. 4 bis 10 Jahre) relevant und Teil ihrer Lebenswelten sind.

Ziel ist die Etablierung einer sozialraum-orientierten Theaterarbeit für Kinder, die anknüpft an der sozialpädagogischen bzw. pädagogischen Praxis und Themen kindgerecht darbietet. Mit der Methode Theater wird das Aufgreifen solcher Themen erleichtert. Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen werden bei der Behandlung dieser Themen mithilfe von didaktisierten Begleitmaterialien und Audio-Material unterstützt. Die Stücke und thematische Ausrichtungen sollen in enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren und Eltern geplant werden.

Die erste Produktion („Die beschwundenen Käsekuchen“ von Karl Koch)  wird im September 2017 Premiere feiern (siehe aktuelle Produktionen).

* Der Auftaktveranstaltung zu dieser Reihe wird gefördert vom Jugendamt des Bezirks Treptow-Köpenick. Vielen Dank dafür.

__________________________________________Crossmedial

„myHeimatBerlin.de“  – ein Medienprojekt mit dem ganz  besondernen Blick auf unsre Stadt

MyHeimatBerlin.de ist ein neues Sprach- und Medienprojekt der KungerKiezInititative e.V., das von Mitgliedern des Kunger.Kiez.Theaters durchgeführt wird.

Zur Mitarbeit eingeladen sind Geflüchtete zwischen 16 und 27 Jahren ohne (Berufs-)Schulplatz. Sie können Teil des Redaktionsteams werden, über ihre Perspektiven auf das Leben in Berlin zu berichten – und dabei projektbezogen (besser) Deutsch lernen. Wir arbeiten crossmedial, also mit Foto, Video, Skizzen und kurzen (deutschen) Texten. Begleitet und angeleitet werden die Teilnehmenden von einem Team erfahrener DaF-Lehrer*innen und professionellen Medienschaffenden. Das siebenwöchige Pilotprojekt findet im Rahmen des „Gemeinsam Starten“-Programms der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung statt.

 

___________________________________________MusikVideo

„Filmab! Ton läuft! Wir drehen unser eigenes Musikvideo“ – Ein Herbstferien-Projekt für geflüchtete und hier lebende Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren

_dsc_6771Wie bereits im Sommer führte die KungerKiezInitiative e.V. mit einem Team des KungerKiezTheaters  vom 17.10. bis 28.10.2016 einen zweiwöchigen Ferienworkshop mit geflüchteten Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren durch. Es nahmen  auch zahlreiche hier lebende Jugendliche teil.
Das Projekt war ehrgeizig, denn die Jugendlichen wollten gemeinsam ein tolles Musikvideo drehen – von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt. Alles war möglich: Tanzen, Singen, Musizieren, Kostüme fertigen, Kulissen bauen und vieles mehr. Große Schaffenskraft und nicht endender Ideenreichtum der Teilnehmenden führten zu einem tollen Ergebnis, das im Rahmen einer großen Abschlusspräsentation mit zahlreichen Live-Darbietungen einem interessierten Publikum vorgestellt wurde.
Um die Persönlichkeitsrechte der Jugendlichen zu schützen, wird der Film nicht veröffentlicht. Bei Interesse stellen wir ihn gerne zu Schulungszwecken oder Ähnlichem zur Verfügung.

_img_0050Das Projekt wurde gefördert aus dem Programm „Berliner Ferienschulen – Sprachförderung, Bildung und Teilhabe für geflüchtete Kinder und Jugendliche. Ein Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung gefördert durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin.“

Projektverantwortliche: Katrin Wegner, Michael R. Schmitz /ProjektmitarbeiterInnen: Hannah Schorch, Michael Westrich, Michael Schmitz, Hendrik Schönherr

Film bei: Michael Westrich / Musik bei: Michael R. Schmitz

Vielen Dank auch an Vintage Berlin, den Ehrenamtlichen der KungerKiezInitiative e.V. und den Nachbar*innen des KungerKiezes, die uns bei der Realisierung unterstützt haben, und unserem Kooperationspartner, das Jugendkunst- und Begegnungszentrum Gérard Philipe.

 

___________________________________________MusikVideo

„Filmab! Ton läuft! Wir drehen unser eigenes Musikvideo“ – Ein Sommerferien-Projekt für geflüchtete und hier lebende Kinder & Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren

_dsc_5267Zum ersten Mal lud die KungerKiezInitiative e.V. und ein Team des KungerKiezTheaters zu einem Musikvideoprojekt ein. Zentraler Punkt für die Wahl dieses Themas war die Tatsache, dass bei einem solchen Projekt die verschiedenen „Gewerke“ des Theaters eine Idee zum Ergebnis tragen. Hier ist alles erlaubt und vieles wird gebraucht. Die MusikerInnen sind genauso wichtig wie die SchaupielerInnen, die Storyboard-AutorInnen, die LichtmacherInnen, die Kostüm-Spezialisten und vieles mehr.

Am 22. August 2016 war es so weit. 25 Kinder und Jugendliche aus Deutschland und aus anderen Ländern, die als Geflüchtete in Deutschland leben und Willkommensklassen besuchen, starteten in das Abenteuer „Film ab! Ton läuft! Wir drehen unser eigenes Musikvideo“. 2 Wochen später, am 2. September, waren ca. 70 Menschen gekommen, um das fertige Produkt nebst einer fast einstündigen Liveperformance zu bewundern. Dazwischen lagen zwei intensive Wochen, in denen gemeinsam, getanzt, gespielt, gelacht, gerungen, diskutiert, erfunden, verworfen und schließlich produziert wurde.

_image13Um die Persönlichkeitsrechte der Jugendlichen zu schützen, wird der Film nicht veröffentlicht. Bei Interesse stellen wir ihn gerne zu Schulungszwecken oder Ähnlichem zur Verfügung.

Das Projekt wurde gefördert aus dem Programm „Berliner Ferienschulen – Sprachförderung, Bildung und Teilhabe für geflüchtete Kinder und Jugendliche. Ein Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung gefördert durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin.“

 Projektverantwortliche: Katrin Wegner, Michael R. Schmitz / ProjektmitarbeiterInnen: Hannah Schorch, Caroline Schulze, Bernhard Gaudian, Andreas Wanke, Michael Schmitz
Film bei: ROCK’N’ROLL Pictures / Musik bei: Michael R. Schmitz

Vielen Dank auch an das Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick, an Vintage Berlin, den Ehrenamtlichen der KungerKiezInitiative e.V. und den Nachbar*innen des KungerKiezes, die uns bei der Realisierung unterstützt haben, und unserem Kooperationspartner, das Jugendkunst- und Begegnungszentrum Gérard Philipe.

________________________________________Erzähltheater

„Acht Feen in der Waschmaschine“  –  Erzähltheater-Werkstatt
unter Leitung von Katrin Heinau* – von und mit Anjoushka Baer, Lilo Beller, Amanda Heinau, Leonie Herzog, Frida Klitscher, Emma Murach, Hannah Probst, Joelina Radke

* eine Kooperation mit dem Hort der Bouché-Schule und der KungerKiezInitiative e.V. – Gefördert von der dezentralen Kulturarbeit des Bezirks Treptow-Köpenick als Projekt kulturelle Bildung (und Folgeprojekt)

erzaehlwerkstattZum Projekt: Die Erzähltheater-Werkstatt bot Hort-Kindern der Bouché-Schule im Alter von 7-10 Jahren für die Dauer des Schuljahres 2013/2014 einmal wöchentlich die externe Möglichkeit, ihre eigenen Geschichten zu erzählen und daraus ein Theaterstück zu entwickeln. Die KungerKiezInitiative stellte den Proben- und Aufführungsort zur Verfügung und unterstützte das Projekt organisatorisch während der gesamten Dauer. Der Hort der Bouché-Schule warb für das Projekt als Nachmittags-AG, motivierte Kinder sich zu beteiligen und unterstützte uns mit Sachspenden.

Es sollten Geschichten sein, die die Kinder bewegten und die sie gerne erzählen wollen. Das dsc00372konnten selbst erfundene, aber auch fremde und schon bekannte Geschichten sein, ebenso Träume und Phantasien. In der Inszenierungsphase wurden schauspielerische Fragen aufgegriffen, das Projekt knüpfte aber ausdrücklich an vorhandenes, kindliches Spielen-Können an und wollte vor allem diesen Fähigkeiten zur Blüte verhelfen.

Der Prozess: Im ersten Halbjahr der Werkstatt waren die acht bis zwölf Kinder hauptsächlich mit dem Schreiben von Texten beschäftigt. Sie besprachen, welche Geschichten ihnen gut gefielen, und gaben sich wechselseitig Tipps zur Weiterarbeit. Mit erstaunlicher Geduld und Konzentration entfalteten die Kinder ihre Phantasie. Sie lernten dabei erzählerische Mittel, Formen, wiederkehrende Motive und Strukturen kennen. Thematisch arbeiteten wir an „Freundschaft“, „Tieren“, „Ferien“, „Schule“, aber auch an Gruselgeschichten und Geschichten von realistischen oder phantastischen Bedrohungen. Mobbing-, Eifersuchts- und Konkurrenzsituationen wurden in den Geschichten thematisiert, ebenso das Verhältnis zu den Eltern und die unterschiedliche Entwicklung der (ausschließlich) Mädchen in ihrem Verhältnis zu den Jungen ihrer Klasse/ Schule. Es war gut, in einem mehr künstlerischen als pädagogischen Feld diese Themen spielerisch angehen zu können.

img_0027Nicht nur das Schreiben, sondern auch das spontane Erfinden war Gegenstand der Werkstatt. Wir erlebten Sternstunden der Phantasie, wo die Mädchen zu zweit oder mit mehreren zusammen eine Geschichte erfanden. Die Erzähl-Nachmittage könnten viel länger sein, fanden die Kinder. Viele schrieben zu Hause weiter an ihren Texten. Wir stellten fest, dass es nicht einfach ist, unter den Einfällen auszuwählen und eine längere Geschichte zu einem Ende zu bringen. Auch dabei halfen sich die Mädchen gegenseitig. So entstand  das Material für einen Textkorpus, der die Grundlage für die theatrale Umsetzung bildete. Auf die musikalische Unterstützung durch die Pianistin Shelley Soffer mussten wir leider verzichten. Frau Soffer musste aus gesundheitlichen Gründen absagen, und so eroberten sich die Kinder selbständig die klanglichen Möglichkeiten der Percussioninstrumente und einer installierten Geräuschmaschine.

Das Stück: Im zweiten Halbjahr gingen wir an die Realisierung des Stückes. Wir gaben bei dem Künstler und Bühnenbildner Jan Brokof eine mobile Bühne, eine mannshohe Kiste auf Rädern mit Klappen und Fenster, in Auftrag.

dsc00377Es galt nun herauszufinden, wo sich die Geschichten dramatischer entwickeln und gespielt und wo sie erzählt werden wollten, denn szenische und erzählerische Teile waren gleichberechtigt. Den „dramatischen“ Szenen gaben wir durch Improvisation Raum und Gestalt. Die Kinder wurden aufmerksam auf verschiedene Wirkungsweisen und führten miteinander Regie. Die teils längeren und kunstvollen „Erzähl“-Texte forderten eine ungewöhnliche Lösung. Um ihnen das Auswendiglernen zu ersparen, durften die Kinder mit dem Skript in der Hand auf die Bühne gehen. Wir konkretisierten unsere Idee von Gestalt und Ablauf, fanden eine Form und Dramaturgie für die unterschiedlichen Texte und Szenen. Die ästhetischen und technischen Mittel wurden so gewählt, dass die Kinder ihre Vorhaben eigenständig und ohne fremde Hilfe umsetzen konnten, mit Lampenfieber umgehen lernten und sich auf der Bühne so frei und lebendig wie möglich fühlten. Das Maß war zu jeder Zeit der Spaß am Spiel.

img_0021Das hölzerne Bühnenobjekt wurde ausgiebig erkundet und bespielt, ein Lichtpult auf der Bühne installiert und Scheinwerferbeleuchtung, Percussion und die Projektion der Zeichnungen von den Mädchen selber eingesetzt. Es war wunderbar zu erleben, wie sie gegenseitig halfen und trotz der vielen Aufgaben auch während der Aufführungen entspannt und fröhlich blieben

img_0026Die Aussführung: Wir präsentierten unser Werkstatt-Ergebnis unter dem Titel „Acht Feen in der Waschmaschine“ am 2.7.2014 und am 9.7.2014 in der Galerie der KungerKiezInitiative e.V. unter Anwesenheit einer Kindergruppe aus dem kooperierenden Hort und weiterem Publikum aus Kindern, Eltern und anderen Erwachsenen.

Der Wunsch der Mädchen, das über einen so langen Zeitraum (1 Jahr!) erarbeitete und liebgewonnene Stück noch öfter und/oder an anderen Orten zu zeigen, konnte wegen des Beginns der Sommerferien nicht mehr erfüllt werden.