Nathan und Lisa

 

Ein musikalisches Schauspiel rund um die Duldsamkeit - erarbeitet und erzählt von Michael Reinhold Schmitz, frei nach "Nathan der Weise",einem dramatischen Gedicht aus dem Jahre 1779 von Gotthold Ephraim Lessing.

Voraussichtliche Premiere: 8. Juni 2018

In Zeiten einer vermeintlichen Islamisierung bzw. Überfremdung, des Einzugs der AFD in die Parlamente und dem Erstarken rechten und homophoben Gedankenguts usw. befasst sich das KungerKiezTheater ab September 2017 mit Lessings Drama “Nathan der Weise”, das als einer der Schlüsseltexte der Aufklärung gilt, und in dessem Zentrum mit der berühmten Ringparabel einer der bedeutendsten Repräsentanten der Toleranzidee steht.

“Nathan der Weise” dient dabei als Ausgangspunkt zur Erarbeitung einer neuen zugänglicheren Form bzw. Fassung der Erzählung Lessings. Es entsteht ein neuer Text, der in Sprüngen zum Originalschauplatz im Mittelalter und seiner Entstehungszeit, der Aufklärungsepoche, referiert, aber in der Rahmenhandlung im heutigen Berlin spielt, wo rivalisierende Jugendgruppen Konflikte auch gewaltsam lösen. Nur die jugendliche Heldin Lisa vermag die (zeitlichen) Grenzen zu überschreiten und tritt in den Dialog mit Nathan und den Philosophen. So stehen am Ende fast tausend Jahre Menschheitsgeschichte auf dem Prüfstein, und letztlich auch wir selber und unsere Haltungen und Einstellungen. Das Stück soll jugendlichen wie erwachsenen Verunsicherten und Verbitterten ganz ohne Fingerzeig echte Alternativen zu Hass, Wut und Ausgrenzung aufzeigen und die wieder dringend notwendige Auseinandersetzung mit den Begriffen Toleranz, Akzeptanz, Integration usw. in einer pluralen Demokratie anregen.

Inhalte und Arbeitsweise: Das Ensemble besteht paritätisch aus ca. 25 Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren im Alter von 15 bis 75 Jahren. Ein Teil der Gruppe widmet sich zunächst der Erarbeitung des mittelalterlichen Handlungsstrangs. In Kleingruppen werden Szenen nach einer neuen Textvorlage “erlesen”, dann gemeinsam erschlossen und diskutiert. In einem zweiten Schritt erfolgt eine weitere Bearbeitung mit Unterstützung von Regie und Dramaturgie.
Eine zweite Gruppe erarbeitet mit verschiedenen Improvisations- und Kreativmethoden Figuren und Konstellationen, Inhalte und Handlung, die in der Jetzt-Zeit agieren und spielen. Begleitet werden relevante Themen angegangen, wie zum Beispiel Identität, Gruppe & Rolle, Toleranz, Ausgrenzung und Diskriminierung.
So entstehen parallel zwei zunächst unabhängige Handlungen, die aber immer weiter in den Dialog treten und schließlich beginnen zu wirken und zu interagieren.
Zur Ergänzung und zum Input besucht die Gruppe gemeinsam Theatervorstellungen, Ausstellungen und Workshops.

Achtung: Auf unserm BLOG myheimatberlin.org können die Fortschritte wöchentlich verfolgt werden.

Insgesamt handelt es sich um ein echtes Ensemblestück, in dem wesentliche Inhalte gemeinsam und im Prozess erarbeitet und immer wieder neu verhandelt werden. Auch Bühnen- und Kostümbildner arbeiten in einem Team zusammen und entwickeln gemeinsam. Ähnlich wie in früheren Produktionen wird auch Musik eine große Rolle spielen. Zwei Musiker erarbeiten gemeinsam mit den Schauspielern und unter Einsatz von TAKETINA (ein rhythmuspädagogischer Ansatz) den “Soundtrack” zum Stück.

Der Probenprozess wird durch ein eigenständiges Film-Dokumentationsprojekt unter der Leitung von Michael Westrich begleitet. Der Dokumentarfilm, der durch ein Team (mit: Hannah Verstegge, Maria Manowski, Artem Kirichuk) entwickelt wird, hat voraussichtlich  am Samstag, dem 7. Juli, Premiere. Hier sollen vor allem die Grenzen der Toleranz ausgelotet und erforscht werden. Diese Team ist auch verantwortlich für unseren BLOG myheimatberlin.org, auf dem der Probenprozess verfolgt werden kann.

 

Angesetzt ist für das Gesamtprojekt eine 8-monatige Arbeitsphase. Die Aufführungen sind von ursprünglich März 2018 auf Juni 2018 verschoben.
Voraussichtliche Aufführungen: 08. Juni (Premiere), 09., 10., 15., 16., 17. Juni

Regie: Michael Reinhold Schmitz
Dramaturgie: Katrin Heinau
Text: Michael Reinhold Schmitz
Musik/Komposition/Repetition: Helmut Erler, Michael Reinhold Schmitz
Kostüm/Bühne: Hannah Schorch, Joshuah Regitz, Renan Ran Harari
Film-Dokumentation/Leitung: Michael Westrich 
Print/Öffentlichkeitsarbeit/Organisation: Katrin Heinau, Ricky Strohecker

In den Rollen: Hessam Alawuddin (Hussein), Prince Mohammad Arsalan Chughtai (Noragami, Zaid), Torsten Daum (Saladin), Bernhard Gaudian (Malik & Benjamin), Holger Franke (Nathan), Maisie Frentzen (Emily), Luna Ananda Grünbauer (Lisa), Helga Jarisch (Daja),  Jörg Karsten (Al-Hafi), Artem Kirichuk (Lars-Roland),  Marianne Klimat (Recha), Maria Manowski (Sittah), Maximilian Neumann (Tempelherr), Emre Pulatkan (Kaith), Anna Röpke (Patriarch), Saad (Ali), Christian Schäfer (Klosterbruder),  Shelley Soffer (Rabbiner), Urszula Urban (Krankenschwester)

**** Wir suchen weiterhin 4 bis 6 Jugendliche im Alter von 15 bis 21 Jahren für Schauspiel und Dokumentation.
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Dieses Projekt wird unterstützt durch:
Aktionfonds Partnerschaften für Demokratie Treptow-Köpenick, Berliner, Projektfonds Kulturelle Bildung, Senatsverwaltung, Amt für Weiterbildung und Kultur des BezirksTreptow-Köpenick

Ebenfalls danken wir dem Jüdischen Museum Berlin für seine großartige Unterstützung 

 

 

Datum
Fr, 08. Juni 2018, 20:00
Sa, 09. Juni 2018, 20:00
So, 10. Juni 2018, 16:00
Fr, 15. Juni 2018, 20:00
Sa, 16. Juni 2018, 20:00
So, 17. Juni 2018, 16:00
Ort JuKuZ ”Gérard Philipe”
Karl-Kunger-Str. 29/30
12435 Berlin
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