„Romeo und Julia auf Probe“ oder „Der verbotene Kuss“ (Arbeitstitel)

Erscheint voraussichtlich im Mai 2022. –  Genauer Premierentermin wird noch bekannt gegeben.

„Julia und Romeo auf Probe“ will untersuchen und schildern, wie Menschen miteinander und mit sich selbst umzugehen imstande sind, wenn sie sich vor die Wahl gestellt sehen „für“ oder „gegen“ etwas sein – oder überzeugt sind – es sein zu müssen.

Unter der Voraussetzung; dass ein „Dazwischen“ ausgeschlossen scheint, betrachtet es auch eine immer wieder diskutierte „Spaltung“ der Gesellschaft.

Das Ganze findet soziale Verortung vor dem Hintergrund eines Spannungsfeldes zwischen allgemeiner Gesundheitsvorsorge und dem möglichen Verlust persönlicher Freiheit(en).  Hier liegt denn auch die Parallele zur Shakespeare-Vorlage mit zwei „verfeindeten“ und vorurteilsbehafteten Gruppen.

Regie: Karl Koch

Zur Konzeptidee:
Am 12.März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation den COVID-19-Ausbruch zur Pandemie. Einen Tag davor traf sich eine ambitionierte Schauspieltruppe eines Kulturvereins zu ihrer ersten Probe zu Romeo und Julia von Shakespeare. Für die Regiearbeit konnte man wieder den erfolgreichen Regisseur Daniel Dünnebier gewinnen. Man ist überwiegend gut gelaunt und frohen Mutes. Man befindet sich im Probenprozess noch bei der „Ideensammlung“ samt Stell- und Leseproben. Man bringt sich ein, so gut es geht, ist vorbereitet nach Kräften und ganz besonders sind Regievorschläge herzlich willkommen, wenn sie versprechen witzig zu sein: Denn Regisseur Dünnebier plant nichts weniger als die Tragödie „Romeo und Julia“ endlich einmal als Komödie zu inszenieren.
Am Schluss dieses Probenabends gehen fast alle frohgelaunt, und man lacht noch über den Gedanken, dass dies vielleicht für eine Zeit, die letzte Probe gewesen sein könnte, bevor Pandemie-bedingte Maßnahmen die kommenden Proben einschränken könnten.
Etwa eineinhalb Jahre später, trifft sich die Schauspieltruppe wieder. Das Vorhaben ist noch das nämliche, und auch wenn die Bedingungen unter denen geprobt werden kann, immer noch einschränkenden Maßnahmen unterliegen, ist man sich mehrheitlich einig, die Probenarbeit wieder aufzunehmen. Allerdings haben sich einige Dinge im Ensemble offensichtlich in der Zeit verändert.
Im Verlauf dieses zweiten Probenabends wird zusehends deutlich, dass Diskrepanzen innerhalb der Ensemble-Mitglieder, die in der ersten Probe noch verhalten  ironisch und verborgen hervorgebracht wurden nun klar und unzweideutig provozieren. Ängste und Argumente um die Gesundheit treffen auf Gleichgültigkeit oder den Versuch ebenfalls mit Fakten zu überzeugen.
Man probt dennoch so gut es geht, und Regisseur Dünnebier wie alle Beteiligten haben Mühe bei der Sache zu bleiben. Aber das Komödien-Konzept scheint nicht mehr aufzugehen: Die einstmals so guten Ideen und Vorschläge zur erfolgreichen Spannungserzeugung und Komik haben spürbar ihre Basis verloren. Ungewollt droht aus der komödiantischen Vorlage von vor eineinhalb Jahren dann doch eher eine Tragödie zu werden – wenn nicht… 

Diese Produktion wird gefördert aus Mitteln der Dezentralen Kulturarbeit des Amtes für Weiterbildung und Kultur Treptow-Köpenick. 

Datum
Do, 12. Mai 2022, 19:30
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