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Ein Mann, ein Stück! - Frankes Lesetheater Nr. 1

| Szenische Lesung Theater für Erwachsene | Karten bestellen + Daten

Weltuntergang oder Die Welt steht in kein' Fall mehr lang von Jura Soyfer (geboren 1912 in Charkow, gestorben 1939 im KZ Buchenwald)
Eine politische Satire, geschrieben 1936 in Wien.

Die Sonne registriert Störungen der kosmischen Sphärenharmonie. Die Ursache erkennt sie im zerstörerischen Treiben der Erdherrschaften. Im Einvernehmen mit  den Planeten Mars, Venus und Saturn beauftragt sie den Kometen Konrad für ein Ende des grausigen Spiels da unten zu sorgen.

Das Stück, zeigt mit kabarettistisch-satirischer Schärfe menschliches Verhalten angesichts drohender Auslöschung des Lebens auf dem Planeten Erde, zeigt Verdrängung, Wegducken, Verblendung, Erstarrung, Gleichgültigkeit, Zynismus, Anpassung, Festhalten an Routine, tötlichen Mangel an Vorstellungskraft.
Ein vormals hoch angesehner Physiker könnte die Erde mittels einer genialen Erfindung retten, doch sein Plan ist den Herrschaften zu teuer. Wird der immer näher kommende und immer mehr von den Schönheiten der Erde sehende Komet es übers Herz bringen, den kosmischen Auftrag pflichtgemäß auszuführen?

Die Aufführung des Stücks, 1936 in Wien, wurde nach wenigen Wochen von der austrofaschistischen Obrigkeit verboten. Es wurde wiederentdeckt und oft gespielt in den letzten Jahrzehnten. Es ist aktuell. Ein Stück für uns, hier und heute.

Zum Autor: Jura Soyfer wurde in Charkow im Russischen Kaiserreich als Sohn des jüdischen Industriellen Wladimir Soyfer und dessen Frau Ljubow Soyfer geboren. 1920 flüchtete die Familie  nach Österreich. Mit 15 Jahren begann er sozialistische Schriften zu studieren und wurde überzeugter Marxist. Da in der Familie Russisch, Französisch und Deutsch gesprochen wurde, entwickelte Soyfer schnell ein Gespür und eine Vorliebe für Sprache und Sprachspiele. 1929 wurde er Mitglied des Politischen Kabaretts der Sozialdemokraten. Dort sammelte er erste Erfahrungen im szenischen Schreiben.
Nach den Februarkämpfen 1934 trat er der illegalen KPÖ bei, verfasste Flugblätter und begann die Arbeit an seinem Roman "So starb eine Partei". Dieser Roman, der nur in einem Fragment erhalten ist, war eine Abrechnung mit der österreichischen Sozialdemokratie, deren Politik in die Niederlage des Februar 1934 geführt hatte. 1935 lernte Soyfer Leo Askenasy kennen, der als Schauspieler und Regisseur am Wiener Theater ABC tätig war, wo auch die meisten von Soyfers Stücken aufgeführt wurden. Diese Kleinkunstbühnen, die weniger als 50 Sitzplätze hatten und aus den Bestimmungen des autoritären Theatergesetzes herausfielen, eröffneten einen minimalen Spielraum für Kabarett und Theater. (zitiert nach Wikipedia)

Zum Lesenden:  Holger Franke ist Theater- und Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler. 1973 gründete er das Theater ROTE GRÜTZE in Berlin. Stücke sind u.a. „Darüber spricht man nicht!“, „Was heißt hier Liebe?“ (fürs Kino verfilmt 1978), „Gewalt im Spiel”, „Mensch ich lieb dich doch“. In den Neunzigern war er als Regisseur und Autor am THEATERHAUS STUTTGART und am THEATERHOF PRIESSENTAL tätig, u.a. mit dem Stück “Mensch Herrmann” mit Marin Lütge, das 1993 fürs Fernsehen aufgezeichnet wurde.

2001 kehrte er nach Berlin zurück, gründete die ROTE GRÜTZE neu. Hier entstanden Stücke wie Lenas Geheimnis“ und „Zum Beispiel Harim“.
2000 – 2004 arbeitete er mit Dani Levy am Drehbuch für den Film „Alles auf Zucker“, für das sie 2005 den Deutschen Filmpreis für das beste Drehbuch erhielten. Seit 2018 unterstützt er das Kungerkieztheater als Autor, Regisseur und Schauspieler.

Eine Produktion des

 

Foto: Nik Konietzny

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