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Ein Mann, ein Stück! - Frankes Lesetheater Nr. 2

| Szenische Lesung Theater für Erwachsene | Karten bestellen + Daten

Für diese zweite Folge von "Ein Mann - ein Stück" hat der Schauspieler, Autor und Regisseur Holger Franke wieder etwas Besonderes mitgebracht:

Der Drache ist ein dreiaktiges Märchenstück, dass 1943 unter dem Eindruck der Leningrader Blockade entstand. Sein Autor Jewgeni Lwowitsch Schwarz behandelt hier gleichnishaft das Zusammenspiel aus Tyrannei und Knechtschaft, zur Zeit der Entstehung ein zeitkritischer Text und ein satirischer Text auf den Nationalsozialismus Hitlers. Zwar wurde das Stück 1944 in Moskau uraufgeführt, jedoch wurden weitere Vorstellung sofort untersagt, da das Stück auch als Kritik am politischen System in der UdSSR verstanden wurde.  

Seine erste offizielle Uraufführung erfuhr der Dreiakter dann 1961 in der Volksrepublik Polen. Legendär wurde 1965 die Inszenierung von Benno Bessons am Deutschen Theater in Berlin. Auch heute noch findet sich das Stück auf Spielplänen immer wieder, denn seine Thematik scheint zeitlos:


"Heute ist die Diagnose dieses Stückes fast noch beängstigender geworden. Denn Schwarz führt in seiner Theaterparabel den Beweis, dass nur eines schlimmer ist als Tyrannei und Willkürherrschaft: nämlich die Verinnerlichung der Mechanismen und Werte eines solchen Herrschaftssystems.
„Der Drache“ von heute hat viele Köpfe und leben wir nicht trotzdem träge weiter, als ob das alles normal wäre und man ja sowieso nichts tun kann… Was würden wir einem Ritter Lanzelot antworten, der uns auffordern würde, die Komfortzone zu verlassen und unser Leben zu ändern?" (Zitat: Theater Bautzen - https://www.theater-bautzen.de/spielplan/inszenierung/der-drache)

Zum Lesenden: Holger Franke ist Theater- und Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler. 1973 gründete er das Theater ROTE GRÜTZE in Berlin. Stücke sind u.a. „Darüber spricht man nicht!“, „Was heißt hier Liebe?“ (fürs Kino verfilmt 1978), „Gewalt im Spiel”, „Mensch ich lieb dich doch“. In den Neunzigern war er als Regisseur und Autor am THEATERHAUS STUTTGART und am THEATERHOF PRIESSENTAL tätig, u.a. mit dem Stück “Mensch Herrmann” mit Marin Lütge, das 1993 fürs Fernsehen aufgezeichnet wurde.

2001 kehrte er nach Berlin zurück, gründete die ROTE GRÜTZE neu. Hier entstanden Stücke wie Lenas Geheimnis“ und „Zum Beispiel Harim“.
2000 – 2004 arbeitete er mit Dani Levy am Drehbuch für den Film „Alles auf Zucker“, für das sie 2005 den Deutschen Filmpreis für das beste Drehbuch erhielten. Seit 2018 unterstützt er das Kungerkieztheater als Autor, Regisseur und Schauspieler.

Eine Produktion des

 

Foto: Nik Konietzny

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