Und dann kam Alex
Dieses Ereignis wird an den Terminen 26.Sep 2026, 28.Sep 2026, 12.Okt 2026 und 13.Okt 2026 wiederholt. Das nächste Ereignis findet statt am .
| Theater für Jugendliche Theater für Erwachsene | Karten bestellen + Daten
Alex ist 17. Er wurde nach eigenen Aussagen über Jahre von Mitschülern und deren Freunden gemobbt und gedemütigt. Irgendwann hat er eine Grenze überschritten. Von seinen Mitschülern angestachelt, und um ihnen zu imponieren, schlägt er „als Mutprobe“ einen wehrlosen alten Mann. Die „Mutprobe“ wird gefilmt und über soziale Netzwerke weiter an andere Mitschüler und schließlich auch an Alex gesendet. Am nächsten Tag betritt er bewaffnet die Schule, um zu erreichen, dass die Mitschüler gestehen ihn zu der Tat gezwungen zu haben. Sein Vorhaben misslingt. Nachdem er mehrere Stunden in einem Klassenraum eingeschlossen verbracht hat, will er sich das Leben nehmen. Hier setzt das Stück an: Alex beginnt zu erzählen.
Alex ist Erzähler und Protagonist zugleich. Von dem Moment an, in dem er die Waffe ansetzt, springt das Stück zurück — einige Monate in die Vergangenheit. Ab da führt er das Publikum als „wissender Erzähler" durch seine Geschichte: Er kennt den Ausgang, er kann sein eigenes Handeln kommentieren und reflektieren, und er kann auch die Motive der anderen benennen, die er damals nicht kannte oder nicht verstehen wollte.
Wir begegnen seiner Mutter, die glaubt, eine fürsorgliche Mutter zu sein, und es vielleicht auch ist — auf ihre Art. Wir begegnen seinem Vater, den Alex verachtet und dem er um keinen Preis ähnlich werden will. Wir begegnen Jeanette, in die Alex heimlich verliebt ist und die zur Clique gehört, die ihn mobbt — ohne selbst zuzuschlagen, aber ohne einzugreifen. Und wir sehen, wie Alex in einer überhöht dargestellten Jahrmarktsszene das Publikum direkt anspricht und in die Logik des „Stärkeren gegen den Schwächeren" hineinzieht.
Die Szenen fließen ineinander. Zwei Schauspieler*innen spielen alle Rollen — eine Darstellerin übernimmt sämtliche weiblichen Figuren, der Darsteller verkörpert durchgehend Alex. Nach der letzten Spielszene wenden sich beide direkt an das Publikum.
Themen
Daneben stehen konkrete Fragen, die das Stück durchziehen: Was macht jahrelange Sprachlosigkeit mit einem Menschen — und warum lernen manche Jugendliche nie, über sich zu sprechen? Wo liegt die Grenze zwischen Zuschauen und Mitverantworten? Was bedeutet es, Teil einer Gruppe zu sein, die jemanden ausgrenzt — auch wenn man selbst nie zuschlägt? Welche Rolle spielen Handyvideos und soziale Netzwerke, wenn aus einem lokalen Konflikt innerhalb von Stunden etwas Öffentliches wird? Und was meint jemand, wenn er sagt, er wolle sich „Gerechtigkeit verschaffen"?
Diese Fragen sind nicht neu. Aber sie haben sich verändert — durch die Geschwindigkeit digitaler Kommunikation, durch den Druck, den Schulabgänger heute erleben, und durch eine Öffentlichkeit, die bei Gewalt an Schulen reflexartig nach einfachen Erklärungen sucht. Das Stück verweigert diese Erklärungen.
Weitere Informationen unter https://ensemble-radiks.de/wp/und-dann-kam-alex/
Produktion: Tourneetheater Ensemble Radiks in Zusammenarbeit mit dem KungerKiezTheater
Text: Karl Koch
Regie & Produktionsleitung: Manuela Weirauch und Michael R. Schmitz
Es spielen:
Kevin Citozi und n.n.
Schul-, Vormittagsvorstellungen:
Jugendliche: 6 € pro Person, 5 € ermäßigt, Gruppenermäßigung möglich (bitte melden unter theater@kungerkiez.de)
2 Betreuungspersonen sind frei.Bei Vorstellungen für Schulklassen gewähren wir gerne einen Rabatt von 0,50 Euro pro Kind. Bitte schreiben Sie uns an unter theater@kungerkiez.de.
2 Betreuungspersonen pro Gruppe sind in der Regel frei (bei Mehrbedarf sprechen Sie uns gerne an.).
Eine Zusammenarbeit mit dem Tourneetheater Ensemble Radiks.
